Ein M6-Regelgewinde nach DIN 13-1 erfordert ein Kernloch von exakt 5,0 mm – berechnet aus dem Nenndurchmesser (6,0 mm) minus der Steigung (1,0 mm). Wer diesen Wert präzise einhält und die vier Arbeitsschritte Körnen, Vorbohren, Senken und Gewindeschneiden sorgfältig ausführt, erhält tragfähige Innengewinde in Stahl, Aluminium, Messing oder Holz, ohne dass der Gewindebohrer bricht oder das Gewinde ausreißt.

Dieser Leitfaden erklärt die Standardformel, die richtige Bohrerwahl, die sichere Arbeitsabfolge und die typischen Fehlerquellen – mit Fokus auf die Praxis in Werkstatt, Fahrradrepair oder KFZ-Bastelprojekten.

Die Standardformel für M6: Warum 5,0 mm das richtige Kernlochmaß ist

Für metrische Regelgewinde gilt die einfache, aber verbindliche Faustformel:

Kernlochdurchmesser=NenndurchmesserSteigung\text{Kernlochdurchmesser} = \text{Nenndurchmesser} - \text{Steigung}Kernlochdurchmesser=NenndurchmesserSteigung

Beim M6-Regelgewinde beträgt der Nenndurchmesser 6,0 mm und die Steigung 1,0 mm (nach DIN 13-1). Daraus ergibt sich:

6,0mm1,0mm=5,0mm6,0\,\text{mm} - 1,0\,\text{mm} = 5,0\,\text{mm}6,0mm1,0mm=5,0mm

Dieser Wert von 5,0 mm ist der empfohlene Kernlochdurchmesser für die meisten Werkstoffe wie Stahl, Aluminium und Messing. Bei weichen Materialien wie Holz oder Kunststoff kann das Kernloch geringfügig kleiner gewählt werden (ca. 4,8–4,9 mm), da das Gewinde dort leichter formbar ist. Bei harten oder zähen Werkstoffen bleibt man bei 5,0 mm, um ausreichend Gewindeflanken zu erhalten und den Gewindebohrer nicht zu überlasten.

Die Steigung von 1,0 mm bedeutet, dass das Gewinde pro Umdrehung des Gewindebohrers um 1,0 mm in die Tiefe vorschreitet. Diese Steigung ist für M6 der Standard („Regelgewinde"); Feingewinde wie M6×0,75 oder M6×0,5 erfordern andere Kernlochmaße und sind hier nicht Gegenstand.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: M6-Gewinde sicher und präzise schneiden

Schritt 1 – Körnen und Zentrieren

Bevor gebohrt wird, muss die Bohrstelle markiert und gekörnt werden. Ein scharfer Körner setzt einen kleinen Vertiefungspunkt, der verhindert, dass der 5,0-mm-Bohrer beim Anbohren verrutscht. Besonders bei glatten Metallflächen oder runden Bauteilen ist dieser Schritt unverzichtbar. Wer ohne Körnung arbeitet, riskiert schräge Bohrungen, die später zu verkanteten Gewinden führen.

Schritt 2 – Kernloch mit 5,0 mm HSS-Bohrer vorbohren

Für das Kernloch verwendet man einen hochwertigen HSS-Spiralbohrer (Ø 5,0 mm). Die Drehzahl sollte niedrig bis mittel sein – bei Stahl ca. 1.500–2.500 U/min, bei Aluminium etwas höher. Wichtig ist, mit Schneidöl oder Bohrmilch zu arbeiten, um Überhitzung und Verschleiß der Bohrerspitze zu vermeiden. Ein stumpfer oder überhitzter Bohrer führt zu ungenauen Bohrungen und erhöht die Bruchgefahr.

Das Werkstück muss während des Bohrens fest im Maschinenschraubstock eingespannt sein. Ein verklemmender 5-mm-Bohrer kann das Bauteil schlagartig verdrehen – hier ist eine Schutzbrille Pflicht.

Schritt 3 – Senkung anbringen (90°-Kegelsenker)

Nach dem Durchbohren wird die Bohrungsöffnung mit einem 90°-Kegelsenker auf ca. 6,3 mm angefast. Diese Senkung erleichtert das spätere Einführen des Gewindebohrers und verhindert, dass die ersten Gewindegänge am Bohrungsrand ausbrechen. Die Senkung sollte gleichmäßig und nicht zu tief sein – etwa so tief, dass die Gewindespitze des Gewindebohrers sauber einführen kann.

Schritt 4 – Gewindeschneiden mit dem M6-Gewindebohrer

Für das eigentliche Gewindeschneiden verwendet man einen Einschnittgewindebohrer (für Durchgangslöcher) oder einen 3-teiligen Satz (Vor-, Mittel- und Fertigschneider für Sacklöcher). Der Gewindebohrer wird senkrecht angesetzt und mit gleichmäßigem Druck in die Bohrung gedreht. Nach jeder halben Umdrehung sollte man kurz zurückdrehen, um den Span zu brechen – dies verhindert, dass sich Späne im Gewinde verhaken und den Bohrer blockieren.

Bei Sacklöchern ist besonders auf die richtige Tiefe zu achten: Das Kernloch muss tiefer sein als das gewünschte Gewinde, damit der Gewindebohrer nicht auf den Lochboden stößt. Nach dem Schneiden wird das Gewinde mit Druckluft oder einer Bürste von Spänen gereinigt und mit einer M6-Schraube auf Passgang geprüft.

Werkstoffabhängige Hinweise: Stahl, Aluminium, Messing und Holz

Obwohl die Formel für alle Werkstoffe gleich bleibt, gibt es praktische Unterschiede:

  • Stahl: Hier ist 5,0 mm das sichere Maß. Schneidöl ist zwingend, um Hitze und Verschleiß zu kontrollieren. Bei gehärtetem Stahl sollte vor dem Gewindeschneiden weichgeglüht werden.

  • Aluminium: Weich und klebrig – hier kann das Kernloch bei Bedarf minimal kleiner (4,9 mm) gewählt werden, um mehr Gewindeflanken zu erhalten. Spanbruch ist besonders wichtig, da lange Späne das Gewinde verstopfen.

  • Messing: Ähnlich wie Aluminium, aber weniger klebrig. 5,0 mm ist ideal; Schneidöl kann entfallen, da Messing selbstschmierend ist.

  • Holz: Hier wird oft ohne Gewindebohrer gearbeitet – stattdessen wird die Schraube direkt eingedreht. Soll dennoch ein Gewinde geschnitten werden (z. B. für Metallgewindeeinsätze), reicht ein Kernloch von 4,8–4,9 mm.

Typische Fehler und wie man sie vermeidet

  • Falscher Bohrer: Ein 4,8-mm-Bohrer führt zu zu wenig Materialabtrag – der Gewindebohrer muss zu viel Arbeit leisten und bricht leichter. Ein 5,2-mm-Bohrer lässt zu wenig Material für die Gewindeflanken übrig – das Gewinde reißt aus.

  • Keine Senkung: Ohne Senkung verkantet der Gewindebohrer am Bohrungsrand, was zu schiefen Gewinden führt.

  • Zu hohe Drehzahl: Besonders bei Stahl führt zu schnelles Bohren zu Überhitzung und stumpfen Bohrern.

  • Kein Spanbruch: Lange Späne blockieren den Gewindebohrer – besonders in Sacklöchern ein häufiger Grund für Bohrerverlust.

  • Werkstück nicht fixiert: Ein verrutschendes Bauteil führt zu schrägen Bohrungen und ist eine erhebliche Sicherheitsgefahr.

Warum ein Bohrschrauber mit feiner Drehzahldosierung hilft

Beim zentrischen Vorbohren mit 5,0-mm-HSS-Bohrern ist eine ruhige, kontrollierte Führung entscheidend. Ein Bohrschrauber mit feiner Drehzahldosierung im ersten Gang und hohem Drehmoment – wie die Fanttik Bohrschrauber – ermöglicht präzises Anbohren ohne Verrutschen. Die niedrige Drehzahl im ersten Gang gibt die nötige Kontrolle, während das hohe Drehmoment auch in härteren Werkstoffen sauber durchbohrt.

Für alle, die regelmäßig M6-Gewinde in Metall schneiden, lohnt sich die Investition in ein solches Gerät – es reduziert die Bruchgefahr des Gewindebohrers und verbessert die Gewindequalität spürbar.

Häufig gestellte Fragen

Welchen Bohrer brauche ich, um ein M6-Gewinde vorzubohren?
Für ein M6-Regelgewinde benötigen Sie einen 5,0-mm-HSS-Spiralbohrer. Dieser Wert ergibt sich aus der Formel: Nenndurchmesser (6,0 mm) minus Steigung (1,0 mm).

Welche Steigung hat ein metrisches M6-Gewinde?
Das metrische M6-Regelgewinde hat eine Steigung von 1,0 mm nach DIN 13-1. Feingewinde wie M6×0,75 oder M6×0,5 existieren ebenfalls, sind aber nicht der Standard.

Kann ich auch einen 4,8-mm-Bohrer für M6 verwenden?
Nur bei sehr weichen Werkstoffen wie Holz oder bestimmten Kunststoffen. Bei Metall führt ein zu kleines Kernloch zu überlasteten Gewindebohrern und erhöht die Bruchgefahr.

Muss ich bei M6-Gewinden immer senken?
Ja, eine 90°-Senkung auf ca. 6,3 mm erleichtert das Einführen des Gewindebohrers und verhindert Ausbrüche am Gewindeanfang.

Wie tief muss das Kernloch bei einem Sackloch sein?
Das Kernloch sollte mindestens 2–3 mm tiefer sein als das gewünschte Gewinde, damit der Gewindebohrer nicht auf den Lochboden stößt und das Gewinde bis zum Ende geschnitten werden kann.

Nächste Schritte und Werkzeugauswahl

Wer regelmäßig M6-Gewinde schneidet, sollte neben dem 5,0-mm-Bohrer und dem Gewindebohrer auch über einen qualitativ hochwertigen Bohrschrauber nachdenken. Die Kollektion für innovative DIY-Werkzeuge bietet Geräte, die sowohl beim präzisen Vorbohren als auch bei anderen Werkstattarbeiten überzeugen.

Denken Sie immer daran: Ein sauberes Gewinde beginnt mit dem richtigen Kernloch – und das ist bei M6 exakt 5,0 mm.