Ein Wagenheber ist nur dann sicher einsetzbar, wenn Fahrzeug, Aufnahmepunkt, Untergrund und Werkzeug zusammenpassen. Fehlt eine dieser

Wagenheber am Auto richtig ansetzen: Erst prüfen, dann anheben

Ein Wagenheber darf erst angesetzt werden, wenn drei Dinge eindeutig geklärt sind: der freigegebene Aufnahmepunkt Ihres Fahrzeugs, die Eignung des Hebers für diese Last und ein fester, ebener Standplatz. Fehlt eine dieser Voraussetzungen, heben Sie das Auto nicht an.

Der Wagenheber hebt das Fahrzeug nur an. Für Arbeiten unter dem Fahrzeug muss es zusätzlich auf dafür geeigneten, korrekt positionierten Unterstellböcken stehen. Ein allein tragender Wagenheber ist dafür keine sichere Abstützung.

Die Entscheidung vor dem ersten Hub

Schauen Sie vor dem Ansetzen in die Betriebsanleitung Ihres Fahrzeugs und in die Anleitung des Wagenhebers. Diese Unterlagen beantworten zwei unterschiedliche Fragen:

  • Die Fahrzeuganleitung nennt die vorgesehenen Wagenheber- und gegebenenfalls Abstützpunkte.
  • Die Werkzeuganleitung beschreibt zulässige Last, Hubhöhe, Auflage und Bedienung des konkreten Wagenhebers.

Erst wenn beides zusammenpasst, ist ein kontrolliertes Anheben überhaupt möglich. Ein Rangierwagenheber, ein Scherenwagenheber und andere Bauarten können unterschiedlich aufliegen und unterschiedlich viel Hubweg bieten. Entscheidend ist nicht, welcher Typ grundsätzlich „besser“ wirkt, sondern ob sein Sattel sauber zum freigegebenen Aufnahmepunkt passt, die angegebene Tragfähigkeit ausreicht und die benötigte Höhe erreichbar ist.

Raten Sie den Aufnahmepunkt nicht anhand einer Verstärkung, einer Kante oder eines Bauteils unter dem Fahrzeug. Manche Fahrzeuge markieren die vorgesehenen Stellen an der Schwellerkante; andere haben spezielle Aufnahmen oder eine abweichende Konstruktion. Die Darstellung in Ihrer Betriebsanleitung hat Vorrang. Ein falsch angesetzter Wagenheber kann abrutschen oder Karosserie- und Fahrwerksteile beschädigen.

Auch die Tragfähigkeit lässt sich nicht pauschal aus Fahrzeugklasse, Leergewicht oder einer allgemeinen Formel ableiten. Vergleichen Sie die Kennzeichnung des Wagenhebers mit den Angaben für Ihr konkretes Fahrzeug und beachten Sie die Bedingungen in der Werkzeuganleitung. Ist die Kennzeichnung unlesbar, der Wagenheber beschädigt oder die Eignung nicht sicher zu beurteilen, ist das ein Stoppgrund.

Der Untergrund und das Fahrzeug müssen ruhig bleiben

Ein fester, waagerechter Untergrund ist keine Komfortfrage. Der Wagenheber und später die Unterstellböcke brauchen eine tragfähige, ebene Fläche, auf der ihre Basis weder einsinkt noch seitlich wandert. Auf weichem Boden, losem Schotter, Gras, unebenem Pflaster, einer Steigung oder bei erkennbar nachgiebigem Untergrund sollten Sie das Fahrzeug nicht anheben.

Sichern Sie das Fahrzeug gegen Wegrollen, bevor der Wagenheber unter das Auto kommt. Welche Sicherung für Ihr Modell vorgesehen ist, entnehmen Sie der Fahrzeuganleitung. Üblich sind die Feststellbremse sowie bei Fahrzeugen mit Schaltgetriebe ein eingelegter Gang oder bei Automatik die Parkstellung. Radkeile setzen Sie so ein, wie es für Fahrzeug und Hebevorgang vorgesehen ist; sie dürfen nicht durch improvisierte Gegenstände ersetzt werden.

Richten Sie außerdem den Arbeitsbereich ein: Niemand darf sich im möglichen Bewegungs- oder Absenkbereich aufhalten. Legen Sie Werkzeuge nicht so ab, dass Sie beim Pumpen oder Kurbeln darübersteigen müssen. Sie müssen das Fahrzeug, die Wagenheberbasis und den Kontaktpunkt während des gesamten Hubs beobachten können.

So setzen Sie den Wagenheber kontrolliert an

  1. Stellen Sie das Fahrzeug auf der geprüften, ebenen Fläche ab und sichern Sie es nach den Vorgaben des Herstellers gegen Wegrollen. Öffnen Sie gegebenenfalls die Betriebsanleitung direkt bei der Darstellung der Aufnahmepunkte.
  2. Prüfen Sie Wagenheber, Hebeteller und gegebenenfalls die vorgesehene Auflage auf sichtbare Schäden, Verformungen, Leckagen oder lockere Bauteile. Der Sattel muss zum Aufnahmepunkt passen und mittig darunter stehen. Ist dafür eine fahrzeug- oder werkzeugspezifische Gummiauflage vorgesehen, verwenden Sie nur eine passende, unbeschädigte Lösung.
  3. Positionieren Sie den Wagenheber so, dass seine Basis vollständig und gerade auf dem Boden aufliegt. Der Hebeteller muss mittig unter dem freigegebenen Punkt anliegen; nicht unter einer zufällig erreichbaren Schwellerkante, einem Unterbodenblech oder einem Kunststoffteil.
  4. Heben Sie langsam an. Beobachten Sie bei den ersten kleinen Hüben gleichzeitig die Basis des Wagenhebers und den Kontakt am Fahrzeug. Verschiebt sich der Wagenheber, sinkt er ein, kippt er sichtbar oder sitzt der Sattel nicht mehr mittig, senken Sie das Fahrzeug kontrolliert ab. Korrigieren Sie nicht unter Last mit Händen, Füßen oder zusätzlichem Material.
  5. Heben Sie nur so weit an, wie die konkrete Aufgabe es erfordert. Für einen Radwechsel genügt es, wenn das Rad frei wird; eine weitergehende Arbeit unter dem Fahrzeug beginnt erst nach dem sicheren Abstützen auf geeigneten Unterstellböcken.

Wagenheber hebt – Unterstellböcke tragen

Sobald Sie unter das Fahrzeug greifen, arbeiten oder sich mit einem Körperteil darunter befinden müssten, reicht der Wagenheber nicht aus. Stellen Sie geeignete Unterstellböcke an den vom Fahrzeughersteller vorgesehenen Tragpunkten auf und beachten Sie deren zulässige Belastung sowie die erforderliche Höhe.

Die Böcke müssen auf festem, ebenem Untergrund stehen. Ihre Auflagen müssen mittig und vollständig am vorgesehenen Punkt anliegen; die Höhenverriegelung muss eingerastet sein. Bei einer Abstützung pro Achse werden gleichartige Unterstellböcke paarweise eingesetzt.

Senken Sie das Fahrzeug anschließend langsam ab, bis sein Gewicht sicher auf den Sätteln der Böcke ruht. Prüfen Sie vor jeder Arbeit, ob beide Böcke gerade stehen, ihre Verriegelungen gesichert sind und die Last mittig aufliegt. Wenn etwas schief, verspannt oder unklar wirkt, heben Sie das Fahrzeug wieder kontrolliert an und korrigieren Sie die Aufstellung. Arbeiten Sie nicht weiter, während die Ursache ungeklärt ist.

Ein Radwechsel bleibt eine andere Aufgabe als Arbeiten am Unterboden: Auch wenn das Fahrzeug nur für ein Rad angehoben wird, gehören Hände, Arme und Beine nicht unter das Auto, solange es ausschließlich vom Wagenheber gehalten wird.

Kontrolliert ablassen und anschließend prüfen

Räumen Sie vor dem Absenken alle Personen, Werkzeuge und Teile aus dem Bereich unter und neben dem Fahrzeug. Steht das Auto auf Unterstellböcken, heben Sie es zunächst mit dem Wagenheber gerade weit genug an, um die Böcke ohne Kraft oder Verkanten entfernen zu können. Danach lassen Sie das Fahrzeug langsam und kontrolliert ab.

Beobachten Sie dabei den Aufnahmepunkt und die Bewegung des Fahrzeugs. Dreht sich die Wagenheberbasis, verschiebt sich der Sattel oder setzt das Fahrzeug unerwartet auf, stoppen Sie den Vorgang und beurteilen Sie die Situation neu.

Nach dem vollständigen Absetzen kontrollieren Sie den Wagenheber und den Bereich am Aufnahmepunkt auf sichtbare Druckstellen, Schäden oder ausgetretenes Hydrauliköl. Prüfen Sie auch, ob Radkeile und Werkzeuge entfernt sind und das Fahrzeug wieder sicher steht. Bleibt irgendeine Unsicherheit über Aufnahmepunkt, Tragfähigkeit, Untergrund oder Standsicherheit, verwenden Sie den Wagenheber nicht weiter und lassen Sie die Situation fachgerecht prüfen.